Philip Anderson

Migrationsforscher

„Migrationsforscher? Ist das überhaupt ein Beruf?“


Diese Frage wird oft an mich gerichtet.

Meine Antwort darauf: Deutschland ist Einwanderungsland geworden. Deswegen ist die praxisbezogene Erforschung von Migrationsthemen und -zusammenhängen ein Zukunftsbereich von enormer gesellschaftspolitischer Bedeutung – und deswegen mache ich diese Arbeit!


Ich heiße Philip Anderson, bin englischer Staatsbürger anglo-indischer Herkunft und arbeite seit 1994 als freier Sozialwissenschaftler mit Schwerpunkt der Migrationsforschung. Ich lebe seit 1980 in München.

Seit Oktober 2007 bin ich Professor für Sozialraumorientierung und interkulturelle soziale Arbeit an der Hochschule für angewandte Wissenschaft in Regensburg im Fachbereich Sozialwissenschaften.

Seit 1994 habe ich bei sozialwissenschaftlichen Projekten mitgearbeitet, (siehe z.B. Dienstleistung als Interaktion) und insgesamt sieben große und kleinere Studien zu Migrations- und Altenthemen durchgeführt. Die anhaltend wichtigsten Schwerpunkte sind
Leben der Muslime in Deutschland, interkulturelle Kompetenz, Menschen in der Illegalität, die Situation von älteren Migranten/innen in München und (im September 2008 abgeschlossen) Menschen mit Behinderung und Migrationshintergrund (siehe dazu hier)

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Aktuelles Projekt

Wissenschaftliche Begleitung eines Beschulungsprojekts für junge Flüchtlinge in Bayern, Schwerpunkt Flüchtlingsklassen der städtischen Berufsschule BOKI, Standort Balanstraße, bei Berücksichtigung der unterschiedlichen Bedingungen an Standorten in ganz Bayern. Laufzeit 2012-2015.

Ziel: Erstellung einer Strategie für die Förderung von jungen Flüchtlingen in der beruflichen Bildung im Auftrag des Referats für Bildung und Sport der LHS München. Die Dokumentation bietet voraussichtlich die Grundlage für einen Beschluss des Münchner Stadtrats zur Neuausrichtung der beruflichen Bildungspolitik für Flüchtlinge im Jahr 2016.“

Die Studie, welche die Grundlage eines Stadtratsbeschlusses des Münchner Stadtrats bildete und im Sommer 2016 erschienen ist, finden Sie hier als PDF Datei.



Der Arbeitsansatz

Der Praxisbezug steht bei meinen Studien stets im Vordergrund. Die Untersuchungen werden auf der Grundlage eines Methodenmix, meist aber mit dem Ansatz Grounded Theory (Literaturauswertung, halbstrukturierte Experten- und Betroffeneninterviews, Entwicklung und Verfeinerung von Forschungsthesen) durchgeführt.

Vor allem die im Auftrag des Münchner Stadtrats durchgeführte Studie „Dass Sie uns nicht vergessen“ - Menschen in der Illegalität in München hat bundesweit Resonanz gefunden (2003). Die Umsetzung der sozialpolitischen Empfehlungen der Studie mit den Schwerpunkten Gesundheitsversorgung, Unterstützung der Helfenden und Wege aus der Illegalität bilden die Grundlage eines Münchner Modells im Umgang mit den sozialen Rechten von Sans papiers. Viele andere Kommunen suchen seitdem den regelmäßigen Erfahrungsaustausch mit der Koordinierungsstelle im Sozialreferat, der Stelle für interkulturelle Arbeit. Ich referiere zu der Thematik häufig auf Einzelveranstaltungen, Tagungen und durch Mitwirkung in den Medien.

„München kann mit Recht Stolz darauf sein, die erste und bisher einzige Kommune Deutschlands zu sein, in der der Stadtrat den Mut hatte, den Tatsachen ins Auge zu sehen und einzugestehen, dass Menschen ohne gesicherten Aufenthalt Teil der Stadtbevölkerung sind…Ich bin sicher, dass unsere Studie für die Bevölkerung der Stadt München und für viele andere Kommunen wertvolle Denkanstöße liefert, sich mit der Situation dieses Teils der Bevölkerung konstruktiv und letztendlich maßnahmeorientiert auseinanderzusetzen.“

(Friedrich Graffe, Sozialreferent der LHS München, Einleitung der Studie)